23. September 2021

Anfrage der Stadtratsfraktion der Freien Wähler und Piraten Gotha zum Thema Erhalt des Lieferverkehrs!

Sehr geehrter Herr Dötsch,

unsere Stadtratsfraktion der Freien Wähler und Piraten Gotha verfolgt das Baugeschehen in der Innenstadt, vor allem die denkmalgerechte Sanierung des Hauptmarktes, mit großem Interesse – zum Teil sind Mitglieder direkt von den Einschränkungen betroffen. 

Dass nach Fertigstellung das Parken von Kundinnen z.B. auf dem Hauptmarkt nicht mehr möglich sein wird, wurde sehr kontrovers in unserer Fraktion diskutiert – und nach Vorstellung des von der Stadtverwaltung erarbeiteten Konzeptes ‘Einladung zum Verweilen’ zumindest gebilligt. Nichtsdestotrotz werden wir uns dafür einsetzen, dass die Innenstadt nicht völlig verkehrsberuhigt wird, sind die ortsansässigen Händler und Gastronomen doch weiterhin auf An- und Belieferungsmöglichkeiten angewiesen.

Hierzu wird sich sicherlich auch der Gewerbeverein Gotha e. V. positionieren wollen – wir bitten um die Beantwortung der Frage, wie Sie sich zum Erhalt des Lieferverkehrs positionieren.

Ich danke Ihnen für Ihre Antwort im voraus – und verbleibe mit freundlichen Grüßen. 

Ihre Juliane Pürstinger, 
Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler und Piraten im Gothaer Stadtrat


Werte Stadträte, geschätzte Freien Wähler und Piraten Gotha-Fraktion,

der Gewerbeverein war vor 7 Jahren der Impulsgeber, welcher die kostenbefreiten Kurzzeitparkplätze beidseitig des OHM gefordert und teilweise mitfinanziert hat.

Zu diesem Zeitpunkt sahen wir die absolute Notwendigkeit! Unsere Arbeit in den verschiedensten Städtenetzwerken, der Austausch mit anderen Kommunen und validen Studien belegen aber einen Trend zur Veränderung der Innenstadt.

Um das Überleben der Innenstadt, deren Verfall allein durch mögliche Corona-Pandemie-Nachwehen massiv gefährdet ist abzusichern, sehen wir es nach ebenso kontroverser Diskussion als elementar notwendig an, die Attraktivität ebendieser durch Erhöhung der Verweildauer und Umgestaltung zum Aufenthalts‑, Lebens und Kulturzentrum, zu gestalten.

Die Entscheidung der Stadtverwaltung, die Fußwege zur Nutzung und Belebung durch die ansässigen Gewerbe freizugeben, sehen wir als Chance. Eine Wohlfühlqualität, durch Entschleunigung und weniger Lärm und PKW-Emissionen zu schaffen, ist unserer Meinung nach, der richtige Ansatz. Dazu gehört das Dezimieren des PKW-Aufkommens, welche sich hier oftmals als Belästigung der Passanten und Gäste, herauskristallisiert. [1]  [2]

Davon komplett unabhängig zu betrachten ist der Lieferverkehr. Eine Erreichbarkeit für größere Mengen und Gewichte (Fässer / Europaletten / Collies / Säcke) muss gegeben sein, kann das doch auch für zukünftige Gewerbeansiedlungen ein notwendiger Standortfaktor sein.

Auch das Thema „Same Day Delivery (SDD)“ wird in den nächsten Jahren wichtig für lokale Gewerbebetriebe im Handel. Lieferzonen in ausreichender Menge würden die Problematik zwar etwas mildern, dennoch kann das keine gängige Praxis im großen Stil sein.

Für bestimmte Form der Belieferung / Fracht, muss es weiterhin Sonderzufahrtsgenehmigungen geben, parallel zu Pflege- & Rettungsdiensten.

Zur Untermauerung an folgende Links.

Im Zuge des Miteinanders haben wir hierzu im Oktober 2020 eine Innenstadtentwicklungsvereinbarung mit dem Oberbürgermeister geschlossen. [3]
Hierbei wird ein jährlich prüfendes Korrektiv angestrebt.

[1] https://www.manager-magazin.de/harvard/marketing/fussgaenger-sind-die-wahren-umsatzbringer-a-d5fc3be8-0002–0001-0000–000179057699

[2] https://kommunal.de/innenstadt-erlebnisstadt

[3] https://www.oscar-am-freitag.de/beitraege-gotha/gotha-stadt-und-gewerbeverein-gemeinsam-fuer-belebte-innenstadt/

 

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Dötsch
Gewerbeverein Gotha e.V.

Allgemein, Gewerbeverein, Statements