14. Dezember 2021

TA: Hilferuf der Gothaer Händler: „Wir brauchen euch“

GOTHA. Das stark eingebrochene Weihnachtsgeschäft veranlasst die Händler der Gothaer Innenstadt zu einem gemeinsamen Appell.

Die Händler befinden sich im Endspurt des Weihnachtsgeschäfts. Von der sonst umsatzstarken Zeit profitieren die Gewerbetreibenden in der Gothaer Innenstadt jedoch kaum. Mit jedem Tag, an dem nur ein Bruchteil der üblichen Kundschaft in die Geschäfte findet, wird die Not der Händler größer. Sie richten einen Hilferuf an die Menschen aus Gotha und dem Umland: „Wir brauchen euch!“

Dass der Gothaer Weihnachtsmarkt und damit auch der verkaufsoffene Sonntag am zweiten Advent ausgefallen sind, ist für die Gewerbetreibenden eine Katastrophe. Sie, die ohnehin unter der Konkurrenz zum Onlinehandel ächzen, hätten diese Anlässe dringend gebraucht, um Menschen in die Innenstadt zu locken. Nun hält die Einschränkung des Einzelhandels auf 2G weitere Kunden vom Einkaufen vor Ort ab.

„2021 war wieder ein wirtschaftlich schlechtes Jahr, nicht nur für den Einzelhandel, sondern viele andere Branchen auch“, sagt Andreas Dötsch, Vorsitzender des Gewerbeverein Gotha und selbst Ladeninhaber. „Das aktuelle Jahresendgeschäft läuft katastrophal, mit aktuell circa 40 bis 60 Prozent Laufkundschaft weniger ist von einem wirtschaftlichen Aufrechterhalten des Betriebes nicht mehr zu sprechen.“ Durch die 2G-Regelung sei die lokale Wirtschaft auch noch zum „zwangsverpflichtete Kontrollorgan des Infektionsschutzes“ geworden.

Gewerbeverein warnt vor Ladenschließungen 2022

Welche Folgen es hat, die Regelungen zuungunsten von Handel, Gastronomie und Kultur auszulegen, werde sich 2022 zeigen, so Dötsch. „Für Viele wird das zu spät sein“. Im Namen aller Innenstadtakteure appelliert er an die Treue seiner Kunden „Zeigt Euch solidarisch mit den regionalen Gewerken, wir brauchen jetzt Eure Unterstützung. Lasst Euch durch 2G, Maskenpflicht und Kontrollen nicht vom Besuch Eurer Händler, Dienstleister und Gastronomen abringen, sonst gleicht unser aller Innenstadt bald einem Freilichtmuseum!“.

Auch Cornelia Haase-Lerch, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Erfurt (IHK), bittet Bürgerinnen und Bürger, gerade in dieser schwierigen Zeit ihre Einkäufe in der Innenstadt zu tätigen um mit dem Umsatz die Händler zu unterstützen. So wie sich Kunden an Initiativen wie dem Heimatshoppen beteiligen, sollen sie es immer tun. „Heimatshoppen ist jeden Tag und daran erinnern symbolhaft die alljährlichen Aktionstage“, sagt Cornelia Haase-Lerch.

Auch Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) tritt für die Händler in seiner Stadt ein. „Corona hat den großen Online-Händlern in die Karten gespielt. Umso wichtiger ist es jetzt, nicht online einzukaufen, sondern die Gothaer Händlerinnen und Händler und auch die Gastronomie in der Weihnachtszeit zu unterstützen. Hierfür eignet sich auch der Gotha Gutschein wunderbar“, sagt Kreuch und verweist auf den Wertcoupon, der an rund 100 Annahmestellen eingelöst werden kann.

Die Kunden, die den Weg in die Läden finden, reagieren mitunter mit Frust auf die Kontrollen, die Ungeimpften und Ungetesteten den Zutritt versperren. Die Gewerbetreibenden seien aber der falsche Adressat für Unmut über die Maßnahmen, sagt Cornelia Haase-Lerch und bittet darum, dass die Händler, Gastronomen und Hoteliers nicht zum Sündenbock gemacht werden. „Sie übernehmen staatliches Handeln, damit die Geschäftstätigkeit in ihren Unternehmen weiterlaufen kann.“

Dass in der Gastronomie nun auch 2G+ gilt, also dass Geimpfte und Genesene zusätzlich einen tagesaktuellen Test vorweisen müssen, macht das Kur- und Lesecafé Goethel in Friedrichroda nicht mehr mit. Weil die Gäste

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