11. Dezember 2019

Zu wenige Parkplätze in der Innestadt!

Ausreichend oder zu wenig Parkplätze in der Gothaer Innenstadt? Dazu gehen die Meinungen auseinander. Eine öffentliche Debatte über weggefallene Stellplätze im Zuge von Bauarbeiten wird es vorerst nicht geben. Erst soll ein neues Parkraumkonzept vorliegen und nächstes Jahr im Rahmen einer Sondersitzung vorgestellt werden. Eine knappe Mehrheit des Stadtrates folgt damit einer Bitte von Bürgermeister Ulf Zillmann (CDU).

Eine derartige Diskussion schade dem Image der Stadt Gotha, argumentiert der für Stadtplanung zuständige Bürgermeister im Stadtrat. Eine Zählung der Verwaltung habe ergeben, dass es im Gothaer Innenstadtbereich rund 3000 Stellplätze gebe – ohne im Detail zu sagen wo. Das mit dem Parkplatzkonzept beauftragte Planungsbüro habe diese Zahl bestätigt. Dessen Zählung haben 2920 Stellflächen aufgelistet. Die neuen Parkplätze am Zentralen Busbahnhof (ZOB) und in der Mohrenstraße hinzugerechnet, ergebe diese Summe. Die Auslastung sei an einem Markttag im August untersucht worden. Ergebnis: zwischen 46 Prozent sechs Uhr in der Frühe und 81 Prozent zehn Uhr. Knapp werde es in der östlichen Altstadt mit zeitweilig bis 95 Prozent Belegung.

450 Stellplätze seien allein in der Gartenstraße weggefallen, erwidert Juliane Pürstinger, Fraktionsvorsitzende (Freie Wähler/Piraten) Die Brisanz bestehe fort. Sie spricht sich dagegen aus, das Thema weiter zu verschieben.

Parkplätze ließen sich nicht herbeizaubern, entgegnet Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD). Die Stadt sei mit „Medimax“ im Gespräch, das Parkdeck am Suttner-Platz wieder zu öffnen. Flächen des Öffentlichen Personennahverkehrs seien für Stellplätze wie am ZOB geopfert worden.

Ein „schleichendes Gift“, das der Gothaer Innenstadt zusetzt, spürt Andreas Dötsch, Vorsitzender des Gothaer Gewerbevereins, dem im Stadtrat Rederecht deswegen eingeräumt worden war. Er berichtet vom Niedergang des Einzelhandels. Der Umsatz im Einzelhandel sei seit Beginn der Bauarbeiten am Hauptmarkt vor etwa zwei Monaten um 30 Prozent und mehr zurückgegangen, berichtet er. Laufe auch das Weihnachtsgeschäft dieses Jahr weiter so schlecht, dann „gehen am Hauptmarkt viele Lichter aus“, prognostiziert er. Gleiches werde auch aus der Hünersdorfstraße oder Erfurter Straße berichtet.

Die Baustelle auf dem Hauptmarkt sei nicht allein für diese Entwicklung der Grund. Das sei auch dem wachsenden Online-Handel geschuldet. Der Einzelhandel benötige schnelle, unkomplizierte Erreichbarkeit der Kunden. Je nach Zählweise seien seit 2013 mehr als 700 Stellplätze in der Gotha Innenstadt weggebrochen, sagt Dötsch. „Da helfen 46 auf dem ZOB oder auch der Stadthallenvorplatz auch nicht.“

Wer der Meinung sei, ein Trimm-dich-Pfad von der Goldbacher Siedlung zum Rathaus sei für Kunden zumutbar, den lade er gerne ein, diesen mit ihm zu gehen. Die Suche nach einem freien Parkplatz in Gotha dauere jetzt schon nicht selten bis zu 20 Minuten.

Bauarbeiten in der Friedrichstraße und Gartenstraße würden die Situation in den nächsten beiden Jahren noch erschweren. Das sei das Gift, was die Innenstadt töten werde. Dötsch fordert schnelle und unkomplizierte Lösungen, um das Parkproblem zu lösen.

Wieland Fischer |  

 

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